Modulbau und Modulkanten

 

Für den Aufbau einer Modelleisenbahn  gibt es bezüglich des Unterbaus unterschiedliche Theorien und Ansichten. Soll alles auf einer Platte sein, wird die offene Rahmenbauweise oder der Aufbau in Modulen bevorzugt ? Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen!  Ich baue gerade meine dritte Anlage auf. Die erste war sozusagen ''klassisch'', also eine große Fläche in U-Form, absolut unverrückbar in meinem Hobbykeller aufgebaut. Die Problematik bestand darin, dass die Elektronikinstallation über Kopf im Liegen stattfand, und all zu oft die Frage gestellt wurde: ''Wo ist verdammt noch mal der Schraubendreher?'' Das macht auf Dauer keinen Spaß. Wer kennt nicht  das Gefühl eines kleinen herabfallenden Tropfen heissen Lötzinnes auf der Nase. Deshalb entschloss ich mich zur Modulbauweise. 

Zu meiner zweiten Anlage gibt es nicht viel zu sagen. Hier habe ich den allzu  oft auf Anlagen anzutreffenden Fehler gemacht, zu viele Themen darzustellen bei gleichzeitiger Platznot und mangelnder Darstellungstiefe.

Bei der jetzigen Anlage ist ein BW das Hauptthema. Bei einem BW kann man aber die vielen, über Jahre gesammelten Güterzugwagen, Personenwagen oder den einen oder anderen Triebwagen nicht sinnvoll fahren lassen. Deshalb entschloss ich mich, das BW eine Ebene höher zu legen und unten auf Ebene Null einen kleinen Bahnhof mit Lokbehandlung (Wasser) sowie Abstellgleise für Lokwechsel zu realisieren. Ich muss sagen, dass ich mit diesem Konzept bisher sehr zufrieden bin.

Die kommenden Bilder zeigen den Modulaufbau sowie das leidige Thema Modulkanten. Der Modulkantenproblematik habe ich eine Lösung gefunden, die meinen Bedürfnissen voll entsprechen.

 

 

Hier das erste Modul neuester Bauart im Aufbau. Das Modul besteht im Korpus aus 16mm dicken 3-Schicht Fichtensperrholz. Für den Deckel verwende ich 12 mm Sperrholz. Die Größe beträgt ca 1,60 x 1.10 m. Für meine Anlage benötige ich 4 Module. Auch hier der Hinweis: Bitte nur  hochwertiges Holz verwenden - also Finger weg von Preßspan.

 

Aufgrund seiner Größe habe ich mir eine Dreh-und Montagevorrichtung gebaut. Somit muss man beim Verkabeln nicht über Kopf arbeiten. Große Module haben den Vorteil, dass man mit weniger Schnittstellen auskommt.  Die runden Löcher sind für den Kabelkanal, in die Schlitze werden die höhenverstellbare Füße gesteckt. Das Modul habe ich mit Klarlack Seidenmatt behandelt.

 

Einblick von unten bei den Verdrahtungs- arbeiten. Bequemes Arbeiten ist hier absolut selbstverständlich.

 

Jedes Modul bekommt seinen eigenen Trafo. Dies erspart aufwendigere Stromübergabesysteme. Trafos hat man in der Regel eh zu viel in Kisten herumliegen. Warum also nicht sinnvoll verwenden...

Noch zu sehen ist  der Selbstbaudecoder sowie Selbstbaubremstreckenmodul (werden später in einer separaten Seite vorgestellt) .

Viele Experimente mitverschiedenen Werkzeugen haben mich auf eine andere Idee gebracht, die Schienen sauber zu trennen.  Mit einer elektrischen Fliesenschneidemaschine (Baumarkt ca. 50 Euro) lassen sich Dank des Diamantsägeblattes Gleise sauber trennen. Das Plastik neigt zwar zum schmelzen, jedoch  bei langsamen Vorschub hält sich dieser ungewollte Effekt in Grenzen. Nach dem Schnitt erfolgt eine Nachbehandlung auf dem Bandschleifer. Das Ergebnis ist absolut perfekt.

Hier ein Stoß von 2 Modulen. Getestet werden beim Aufbau der Übergange mit einem ganz leichten, zweiachsigen Pritschenwagen. Um die Böschungswinkel der Gleise im BW-Bereich zu kaschieren, wird das gesamte Bodenniveau um 6 mm angehoben. Verfüllt wird mit 6 mm Kork- oder Hartschaumplatten, bevor geschottert wird. An den Modulkanten empfehle ich mit Holz zu arbeiten, da Kork oder Hartschaum zum Deformieren sich neigen. Die Folge wären unschöne ausgefranzte Modulkanten.

Fotos und Text: Juergen Herberger