Exakter Tachowaggon im Selbstbau

 

Hier möchte ich eine sehr preiswerte Möglichkeit vorstellen, wie man einen Tachowachen mit einfachen Mitteln selbst aufbauen kann. Zugegeben, die käufliche Variante sieht professioneller aus. Jedoch die Exaktheit der Geschwindigkeitsmessung und der Bastelspaß sind mit diesem Modell aus meiner Sicht unübertroffen.

 

 

Ein ''normaler'' offener Güterwagen ist die Basis für unser Vorhaben. Zur Befestigung des Tachos musste der Werkstattbesen etwas herhalten. Der sich unter dem Tacho befindliche, hölzerne Zylinder wird unten etwas plan geschliffen . Der Tacho wird mittels O-Ring wie an einem Fahrradlenker montiert. Für diesen O-Ring müssen in den Holzzylinder  zwei Nuten gefeilt werden. Der Holzträger wird zuvor unten etwas plan geschliffen und mit der flachen Seite mittels Heißkleber auf dem Wagen geklebt. 
Hier wird der Reedkontakt mittels Heißkleber fixiert.
Anbei eine Detailaufnahme. Schwach zu erkennen ist auch der kleine Magnet, der einfach auf die Achse gebracht wird. Etwas Kleber fixiert den Magneten.
Für eine genaue Messung muss mittels Schieblehre der exakte Durchmesser des Laufrades ermittelt werden. Achtung: Nicht den Spurkranz mitmessen!!!

Unten stehende Formel kann nun angewendet werden. Die Zahl 2 im Nenner des Bruchs ist abhängig davon, wie stark der kleine Permanentmagnet ist. In meinem Fall schaltet der Nord und Südpol den Reedkontakt. Somit schaltet der Reedkontakt 2 x / Umlauf, was bedeutet, dass die Geschwindigkeit doppelt so hoch wäre. (Daher steht die Ziffer 2 im Nenner des Bruches).

 Das Rechenergebnis trägt man im Tacho unter dem Begriff ''Wheelsize oder Radumfang'' ein (siehe Tachobeschreibung des jeweiligen Herstellers ).

Für andere Maßstäbe muss die Zahl 87 im Zähler entsprechend ausgetauscht werden.

Ein Modellbahnfreund hat mir den original Tachowaggon aus dem Hause Märklin (R1) ausgeliehen. Somit konnte ich meine Versuche und Ergebnisse bestätigen. Die Differenz beider Systeme lag bei circa 5%.

Fazit: Alle meine Loks laufen noch zu schnell. Doch der nächste Winter kommt bestimmt. Dann werden alle Loks richtig eingestellt ....

Ich wünsche viel Spaß beim Nachbau und freue mich auf Fotos Eurer Lösungen.
Nachbau auf eigene Gefahr. Für eventuelle Schäden ist der Nachbauer selbst verantwortlich !!!
(R1) ist ein eingetragenes Produkt der Firma Märklin.

© 2005 Jürgen Herberger